Kirchenkreis Göttingen

"Untaten an Unorten = Unart" - in der Klosterkirche Nikolausberg

Thu, 09 Nov 2017 11:27:48 +0000 von Andreas Overdick

(09.11.2017) Die Ausstellung "Untaten an Unorten = Unart" wird vom 12. Bis zum 30. November 2017 in der Klosterkirche St. Nikolaus in Göttingen-Nikolausberg zu sehen sein. Sie eröffnet neue Perspektive auf Nazi-Gedenkstätten und ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Der Gottesdienst zum Volkstrauertag am Sonntag, dem 19. November 2017, um 10 Uhr, beschäftigt sich mit der Ausstellung. Auch der Fotograf Professor Dr.-Ing. Jürgen Erbach steht für Gespräche zur Verfügung.

In der Nacht des 20. April 1945 geschah in der Schule am Bullenhusener Damm in Hamburg-Rothenburgsort ein entsetzliches Verbrechen an 20 jüdischen Kindern. Die vielmehr zufällige Gewissheit über dieses schreckliche Ereignis vor mehr als 70 Jahren inspirierte Erbach, Hochschullehrer an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Holzminden (HAWK), zu einem außergewöhnlichen Fotoprojekt. Gemeinsam mit zwei Bronzefiguren des mittelhessischen Künstlers Heinrich Janke, "Die Betende" und "Der Gebeugte", machte er sich auf die Suche nach weiteren Schauplätzen der Gräueltaten des Nazi-Deutschlands und bereiste am Ende insgesamt 24 Gedenkstätten, die uns heute an die Untaten des Regimes und an das Leid der Opfer erinnern. Auf seiner Reise, die ihn durch ganz Deutschland bis ins Anne-Frank-Haus nach Amsterdam führte, platzierte Jürgen Erbach seine beiden „Mitreisenden“ vor Krematoriumsöfen, Galgen, Gefängniszellen, Aufmarschhöfen, Fleischerhaken und anderen Symbolorten – oder wie er sie nennt: "Unorten". Beim Betrachten der entstandenen Fotografien soll eine Brücke der Versöhnung entstehen.

Weitere Informationen über dieses Fotoprojekt gibt es unter www.untaten-an-unorten.de.