Regionalbischof Friedrich Selter zu "Evangelische Kirche und Klima"

Thu, 14 Oct 2021 10:16:35 +0000 von Jeanine Rudat

Am 11. Oktober startete der Göttinger Klimaschutzverein die angekündigte Vortragsreihe „Religion und Klimaschutz“ mit dem Osnabrücker Regionalbischof Friedrich Selter, der zuvor Superintendent im Kirchenkreis Göttingen war. Ca. 60 Menschen hatten sich im Alten Rathaus eingefunden, um Näheres zu Haltung und Handeln der evangelischen Kirche gegenüber der Klimakrise zu erfahren.

Selter schlug einen großen Bogen von den biblischen Grundlagen über die Anfänge der Umweltschutzbewegung mit dem Schock des Club of Rome-Berichts 1972 bis zur EKD-Denkschrift  „Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben“ von 2018. Selter zitierte aus verschiedenen Entschließungen, die durch klare Positionen auffallen und zu einschneidenden Handlungen auffordern. So werde immer wieder die Änderung wirtschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen zur Förderung nachhaltiger Strukturen gefordert ebenso wie die Änderung des eigenen Lebensstils. Letzteres ziele sowohl auf die Individuen als auch auf die Kirche als Institution. Die evangelische Landeskirche hat in den zurückliegenden Jahren viel geleistet, was mit eindrucksvollen Fotos unterlegt wurde. Außerdem werden entsprechende Maßnahmen in den Kirchengemeinden finanziell gefördert – ebenfalls ein für viele neuer Aspekt.

Im Publikum wurde eine deutlichere Positionierung der Kirche in strittigen Fragen gefordert, etwa zur Errichtung neuer Windkraftwerke oder der Nutzung guter Ackerböden für Solaranlagen. Bewegend waren tief resignierte Stimmen zur Klimakrise: Rettung sei nicht mehr in Sicht, und die Kirche könne eigentlich nur noch Trost spenden. Hierzu betonte Selter. „Ich bin nicht der Mensch, der die Hände in den Schoß legt. Solange ich etwas tun kann, werde ich es tun, und wenn ich einen Apfelbaum pflanze.“
Quelle: Klimaschutz Göttingen
v.l.: Regionalbischof Friedrich Selter und um Prof. Dr. Rainer-W. Hoffmann