Göttinger Migrationszentrum sorgt sich um Finanzierung

Fri, 20 Aug 2021 07:05:02 +0000 von Jeanine Rudat

Am 02.09.2021 feiert das Migrationszentrum für Stadt und Landkreis Göttingen, eine Abteilung des Diakonieverbandes in Trägerschaft des Kirchenkreises Göttingen, sein 30-jähriges Bestehen. Doch die Fortführung seiner zentralen Beratungsangebote ist ungewiss. 
 
Das Land Niedersachsen hat in seinem Haushaltsentwurf für den Bereich Migrationsberatung Mittelkürzungen um rund 70 Prozent vorgesehen. Für alle Migrationsberatungsstellen in Niedersachsen bedeutet das insgesamt eine Reduzierung der Finanzmittel von 10.060.000 Euro in diesem Jahr (6.272.000 im Jahr 2022, 5.268.000 im Jahr 2023) auf 3.268.000 Euro im Jahr 2024. Mit einer solchen Kürzung könnte die Migrationsberatung ihre entscheidende Rolle für den Integrationsprozess nicht mehr wahrnehmen. Ihr Wegfall ist durch andere Strukturen und Sozialberatungen nicht kompensierbar.
 
Auch für das Migrationszentrum in Göttingen hätte dies voraussichtlich erhebliche Auswirkungen, so Leiter Dana Gaef: „Aktuell haben wir 2,5 Stellen, die von den Kürzungen betroffen sein könnten. Die Kernaufgaben des Migrationszentrums, nämlich die allgemeine Integrationsberatung und Flüchtlingssozialarbeit, werden nicht mehr zu schaffen sein. Unsere Ratsuchenden haben sehr unterschiedliche und oft umfangreiche Anliegen, die viel Zeit in Anspruch nehmen. Fallen unsere Stellen also weg, werden unsere Klient*innen mit einem Großteil ihrer Probleme auf sich allein gestellt sein und damit an ihrer Integration gehindert, ihre gesellschaftliche Teilhabe wird erschwert.“
 
Doch noch hat das Migrationszentrum Hoffnung, denn „die verschiedenen Träger haben niedersachsenweit mit Nachdruck begonnen, über die zentrale Bedeutung und stetig anerkannte Notwendigkeit der Migrationsberatungsbestellen im Land zu informieren“, erklärt Jörg Mannigel, Geschäftsführer des Diakonieverbandes Göttingen. Die Landesregierung hat den derzeitigen Haushaltsplanentwurf zwar bereits abgestimmt, wir hoffen jedoch sehr, dass es noch vor der beschließenden Sitzung des Landtages im letzten Quartal des Jahres gelingt, den elementaren Beitrag der Migrationsberatung hinsichtlich der Integration zugewanderter Menschen im Land zu vermitteln. Der Anteil der Landesfinanzierung an den Beratungsstellen vor Ort darf nicht gekürzt werde. Dafür ist er für den Erhalt der unabdingbaren Regelangebote viel zu wichtig!“
 
Am Tag seines Jubiläums wird das Migrationszentrum seine Forderungen - Stellenerhalt im Migrationszentrum und eine langfristig gesicherte Finanzierung der Migrationsberatungsstellen - noch einmal mit einem offenen Brief an die Göttinger Abgeordneten im Niedersächsischen Landtag und im Bundestag bekräftigen.
Quelle: Migrationszentrum