Erste Stadtführung des Projekts „Göttingen in deiner Sprache“

Tue, 06 Jul 2021 12:50:00 +0000 von Jeanine Rudat

Am Sonntag, dem 11. Juli, um 16 Uhr startet die erste Stadtführung des Projekts „Göttingen in deiner Sprache“ (GidS) am Alten Rathaus in Göttingen. 
 
Die Idee dafür entstand im Migrationszentrum für Stadt und Landkreis Göttingen, eine Einrichtung des Diakonieverbands im Kirchenkreises Göttingen. Umgesetzt wurde es ab März 2020 in Kooperation mit dem Göttinger Kommunikations- und Aktionszentrum KAZ e.V. im Rahmen des KAZ-Freiraumprojekts, gefördert von der Stadt Göttingen.
 
Teilnehmende aus fünf verschiedenen Ländern haben eine Stadtführung für Neuzugewanderte konzipiert, die ihnen das Ankommen in Göttingen erleichtern soll. Die Tour wird in der jeweiligen Muttersprache geführt und verbindet Geschichtliches mit praktischen Tipps, die für Migrant*innen und Geflüchtete besonders relevant sind. Jede*r, die/der an einer GidS-Stadtführung teilnimmt, kann auch selbst ehrenamtliche*r Stadtführer*in im Projekt werden. Mittlerweile ist die Gruppe auf 18 Menschen mit zehn Sprachen angewachsen: Arabisch, Bengali, Deutsch, Englisch, Französisch, Hindi, Kurdisch, Persisch, Russisch und Türkisch.
 
Auf Grund der Corona-Pandemie konnten bis jetzt keine Stadtführungen stattfinden. Umso mehr, freuen sich die Beteiligten, dass es jetzt endlich los geht. Zehn Stadtführer*innen treffen sich am Marktplatz mit jeweils drei bis vier Interessierten und verteilen sich auf vier Startpunkte: das Alte Rathaus, der Gänseliesel-Brunnen, der Vierkirchenblick und die Lichtenberg-Statue. Von da aus führen sie durch die Göttinger Innenstadt und erzählen in zehn Sprachen über das Mittelalter und die Geschichte der Göttinger Universität, die Stolpersteine und das Fachwerk aber auch über die Deutschstunde in der Stadtbibliothek und die Verbraucherzentrale in der Jüdenstraße.
 
„Es ist ganz aufregend, alle auf einmal in Aktion zu sehen“, freut sich Hanne Leewe auf den Start am Sonntag. Sie gehört zum Grüner*innen-Team und hat einige der Neuen in einfachem Deutsch durch die Stadt geführt. „Die Stationen regen spannenden Austausch an. Es werden interessante Parallelen zu eigenen Lebensgeschichten gezogen“, so ihre Erfahrungen.
 
Die Tour endet vor dem Migrationszentrum in der Weender Straße. Hier, im Projekt „Ich kann helfen – Teilhabe durch Ehrenamt“ wird die freiwillige Initiative koordiniert. Die Projektkoordinatorin, Natascha Wellmann-Rizo, verabschiedet hier die Teilnehmenden der Führung und überreicht ihnen die Broschüre „Willkommen in Göttingen“ mit Informationen über alle relevanten Beratungsstellen. Wer als freiwillige*r Stadtführer*in im Projekt mitmachen möchte, kann hier unmittelbar aufgenommen werden.
Quelle: Issam Mardini
v.l.: Ali Husseini Salem und Murteza Husseini Salem (Iran), Sipra Maiti (Indien), Ahmed Al Hamdani (Jemen) und Natascha Wellmann-Rizo, Projektleitung „Ich kann helfen".