Fachstelle für Sucht und Suchtprävention fordert mehr Einsatz für Suchtprävention

Fri, 20 Nov 2020 10:15:52 +0000 von Jeanine Rudat

Die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention schließt sich den Forderungen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) an, dass Politiker und Politikerinnen sowie Entscheidungstragende auf kommunaler, Länder- und Bundesebene Maßnahmen ergreifen müssen, um Menschen wirksamer vor den negativen Folgen des Suchtmittelkonsums und süchtigen Verhaltensweisen zu schützen.
 
In der jetzt veröffentlichten Stellungnahme „Sucht wirksam vorbeugen: Gesundheitsfördernde und präventive Verhältnisse gestalten“ formuliert die DHS zentrale (Minimal-)Forderungen: Preise für alkoholische Getränke erhöhen, Regulierung des Alkoholkonsums im öffentlichen Raum, Verfügbarkeit von Alkohol, Tabak und Glücksspiel einschränken, Werbung und Sponsoring verbieten und Verhältnisprävention in digitalen Räumen gewährleisten („Suchtpotenzial“ durch höhere Altersfreigabe kennzeichnen / Technische Schutzlösungen vorinstallieren / Computerspiele und Glücksspiele voneinander abgrenzen).
 
„Im Beratungsgespräch höre ich häufig, dass zum Beispiel insbesondere die Werbung und die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Glücksspielangeboten die Hemmschwelle zur Nutzung senken. Sie führen schnell zu einer problematischen Nutzung und erinnern an den Drang zum Spielen“, erklärt Kristin Otte, Fachkraft für Glückspielprävention der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention. „Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene sollten vor dem Einfluss von Werbung für Glücksspielangebote, beispielsweise im Bereich von Sportwetten, besser geschützt werden. Eine Trennung von Sport und Glücksspiel wäre herzustellen.“
 
Präventionsfachkraft Esra Jess ergänzt: „Werbung für Alkohol auf Bannern oder Trikots bei Sportevents halte ich ebenso für fragwürdig.  Die Bewerbung alkoholischer Getränke hat nachweisbar einen messbar negativen Einfluss auf den Konsum, auch hier sind Kindern und Jugendlichen besonders gefährdet. Das liegt sicherlich nicht im Interesse der Verantwortlichen. 
Es gibt nachweisbar wirksam präventive, gesundheitsfördernde Angebote auf personeller Ebene, aber für ein gesundes und suchtfreies Leben sollten auch die Rahmenbedingungen und Regularien stimmen. Nur wenn beides Hand in Hand geht, stimmt das Gesamtpaket. 
In Göttingen sind wir nicht schlecht aufgestellt, aber Luft nach oben gibt es immer.“
 
Im Jahr 2019 hatte die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention in Göttingen 9.403 Beratungskontakte und 1.211 Klienten.
Quelle: Fachstelle für Sucht und Suchtprävention