Kirchenkreis Göttingen

Ev.-luth. Kirchenkreis Göttingen feiert 25 Jahre Diakonieverband

Wed, 07 Oct 2020 15:35:20 +0000 von Jeanine Rudat

Vor 25 Jahren haben sich die diakonischen Einrichtungen und Beratungsstellen der damals drei Göttinger Kirchenkreise zum Diakonieverband zusammengeschlossen. Heute (07. Oktober) Mittag hat der Ev.-luth. Kirchenkreis Göttingen das Jubiläum mit einem Festgottesdienst in der St. Jacobikirche gefeiert.
 
Eingeladen waren neben haupt- und ehrenamtlich Tätigen sowie weiteren Ehrengästen auch Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt. Sie bedankte sich für 25 Jahre guter und enger Zusammenarbeit. Die rund 130 Haupt- und 300 Ehrenamtlichen hätten vielen Menschen mit Hand, Herz und Verstand über etliche schwierige Situationen hinweggeholfen. Während der Fluchtbewegung 2015 habe zum Beispiel das Migrationszentrum sich sehr engagiert und mit den Projekten „Sei Willkommen“ und „Ich kann helfen“ die Integration aktiv gefördert. In Zeiten des Corona-Lockdowns, lobte Broistedt, hätten z.B. die Bahnhofsmission oder die Suchtberatung ihre Arbeit nicht eingestellt, sondern den Menschen durchgängig geholfen. Diese Unterstützung der Mitarbeitenden sei von unschätzbarem Wert.
 
Der Geschäftsführer des Diakonieverbands, Jörg Mannigel, zeigte sich erfreut über das große Engagement seiner Mitarbeitenden. Einige Haupt- und Ehrenamtliche sind bereits seit über 20 Jahren mit dabei, obwohl die Arbeit im Laufe der Jahre nicht einfacher geworden ist. „Finanzkrisen im Bund, Paradigmenwechsel durch neue Gesetze und wachsende europäische Vorgaben machen die Arbeit des Diakonieverbandes nicht leichter. Und, professionelle Arbeit kostet Geld. Aber sie hilft den Einzelnen und der Allgemeinheit.“
 
Auch Superintendent Friedrich Selter bedankte sich bei den Mitarbeitenden. Nur durch die Hilfe der Haupt- und Ehrenamtlichen hätten Menschen mit zeitweilig oder dauerhaft erhöhtem Unterstützungsbedarf bei großer menschlicher Zugewandtheit kompetente Unterstützung für ihren Alltag erfahren. Doch Unterstützung könne erst erfolgen, wenn auch erkannt werde, dass eine Person Hilfe benötigt, betonte Selter. „Viele in bedrängter Lage scheuen sich davor, um Hilfe zu bitten. Diakonische Arbeit ist auch aufspürende Arbeit. Wahrnehmen, wo Menschen in Not sind und Hilfe brauchen. Wenn sich dann nach zum Teil jahrelanger Betreuung neue Wege auftun, entsteht oft auf beiden Seiten eine große Dankbarkeit.“
 
Das zeigt sich z.B. auch bei der Straßensozialarbeit. Beim Streetworken, berichtete Straso-Leiter Mike Wacker, haben seine Mitarbeitenden eine junge Frau getroffen, die sowohl mit Schulden als auch mit einer Suchterkrankung zu kämpfen hatte. „Heute hat sie einen Entzug absolviert, arbeitet ehrenamtlich und macht keine neuen Schulden mehr“, freut sich Wacker.