Kirchenkreis Göttingen

Neuer Pastor für das Grenzdurchgangslager Friedland eingeführt

Fri, 18 Sep 2020 17:25:42 +0000 von Jeanine Rudat

Torsten-Wilhelm Wiegmann ist seit dem 01. September 2020 neuer Pastor im Grenzdurchgangslager Friedland sowie Geschäftsführer der dort tätigen Inneren Mission/Evangelisches Hilfswerk e.V. Heute Mittag (18. September) wurde er offiziell mit einem Gottesdienst in der Lagerkapelle von Hans-Joachim Lenke (Vorstand der Diakonie in Niedersachsen) und Superintendent Friedrich Selter in sein Amt eingeführt.

Zu den geladenen Gästen des coronabedingt nicht öffentlichen Gottesdienstes, gehörten unter anderem Dr. Dagmar Henze (Pastorin der Region FriedO) und Lagerleiter Heinrich Hörnschemeyer, die auch die Segnung mit vornahmen. Musikalisch begleitete Popular-Kirchenmusiker Rüdiger Brunkhorst am Keyboard die Zeremonie.

In seiner Predigt bezog sich Wiegmann auf die Worte aus dem Prophetenbuch Jesaja. Sie sollten Trostworte sein für das damals fremdbeherrschte, unterdrückte, heimatlose Volk Israel. Nach 2.500 Jahren sind sie immer noch aktuell, findet Wiegmann: „Menschen im Elend, zerbrochene Herzen, Unterdrückte und Gefangene, die kommen seit 75 Jahren hier an. Und auch wenn die Geschichten der Heimkehrer, der Aussiedler, der Flüchtlinge ganz verschiedene waren und sind, der Auftrag bleibt der eine: das Ankommen gestalten und ordnen, zerbrochene Herzen verbinden, Sicherheit geben, begleiten und beraten, Hoffnung wecken, Perspektiven zeigen, auf den Weg bringen.“ Dies könne man aber nicht allein, sondern nur zusammen im Team, so der 55-Jährige und änderte das „Ich“ des Propheten in ein „Wir“ ab: „Wir sind gesandt, die im Elend zu empfangen, wie wollen helfen und ordnen, Hoffnung wecken, auf den Weg bringen.“ Mit diesem „Wir“ werde der Auftrag nicht kleiner, aber er werde auf mehrere Schultern verteilt – genau so, wie das im Lageralltag geschehe.

Auch Superintendent Friedrich Selter, der die Stelle von Wiegmann von Januar bis September acht Monate lang vertretungsweise bekleidete, lobte die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden und den Institutionen und freute sich gleichzeitig, dass mit Wiegmann ein so guter Pastor für die Stelle gefunden werden konnte. Hans-Joachim Lenke schloss sich mit den Worten an: „Mein erster Eindruck war: Da ist einer, der hat Interesse an Menschen. Denn das Entscheidende ist, Menschen so lieb zu haben, wie sie sind, nicht wie sie sein sollen. Torsten-Wilhelm Wiegmann kann Menschen gut begleiten und helfen, das Schlimmste durchzustehen. Er ist ein Botschafter der großen Menschenfreundlichkeit Gottes.“

Pastor Torsten-Wilhelm Wiegmann folgte auf Pastor Thomas Harms, der nach drei Jahren, Ende 2019, als Vorsteher zur Diakonie Christophorus nach Göttingen wechselte.