Kirchenkreis Göttingen

Bundestagsabgeordneter Fritz Güntzler zu Besuch bei Demenzhilfe

Wed, 24 Jun 2020 10:16:57 +0000 von Jeanine Rudat

Im Rahmen seiner Sommertour hat der Göttinger Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler die Demenzhilfe des Diakonieverbandes besucht und zusammen mit den Spendern Frank Dangmann und Ralf Samuel von der GWW Werbeartikel-Wirtschaft ca. 1.500 dringend benötigte Mund- und Nasenschutzmasken sowie Desinfektionsmittel überreicht.
 
Die Einrichtung im Ev.-luth. Kirchenkreis Göttingen hat mit dem CDU-Politiker sowohl über die Problematik bezüglich Zuschusskürzungen durch Fördermittel aufgegriffen, als auch über die schwierige Situation von Angehörigen, Erkrankten und ehrenamtlichen HelferInnen gesprochen.
 
„Normalerweise ermöglichen unsere ehrenamtlichen HelferInnen den pflegenden Angehörigen eine Atempause in dem belastenden Pflegealltag. Seit nunmehr 17 Jahren sind rund 65 Ehrenamtliche zur Entlastung für rund 90 Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen da. Jetzt, in Zeiten von Corona, sind pflegende Angehörige einer rund-um-die-Uhr-Pflegesituation ausgesetzt – an eine Atempause ist nicht zu denken. Psychisches und physisches Befinden verschlechtern sich folglich sowohl bei den an Demenz erkrankten Menschen als auch bei den Angehörigen. Die Betreuungen in unseren vier Betreuungsgruppen fallen seit Beginn von Corona aus. Die Angehörigen fragen immer wieder nach Möglichkeiten der Öffnung unserer Gruppen für ihre Erkrankten. Und derzeit erreicht uns fast täglich eine Anfrage nach Betreuungshilfe, die wir nur vertrösten können“, erklärt Koordinatorin Renate Kirchner.
 
Neben der Entlastung für die pflegenden Angehörigen bleibt auch die finanzielle Unterstützung durch das Land Niedersachsen und die Pflegekasse aus - denn die zahlen nur, wenn auch Leistungen erbracht werden. „Dadurch, dass wir die Gruppenangebote und Einzelbetreuungen einstellen mussten, werden uns in diesem Jahr Förderbeträge im fünfstelligen Bereich fehlen“, so Lisa Prinzhorn, die das Projekt aus der Geschäftsstelle heraus unterstützt. „Und andere Finanzierungsquellen können nicht angesprochen werden, da jede weitere Förderung in dem Landeszuschuss gekürzt werden würde. Das ist bares Geld, welches am Ende des Jahres im Haushalt fehlen wird.“
 
Güntzler sagte zu, dass er die angesprochenen Themen gerne in die anstehenden Beratungen zum Konjunkturpaket mitnehme. Der Austausch über die Probleme, die durch die Coronakrise entstanden sind, sei ihm sehr wichtig gewesen, so der Bundespolitiker.
Quelle: Louis Schacht
v.l.: Lisa Prinzhorn, Renate Kirchner, Ralf Samuel, Frank Dangmann und Fritz Güntzler