Kirchenkreis Göttingen

Situation der Kitas im Ev.-luth. Kirchenkreis Göttingen

Thu, 16 Apr 2020 13:04:41 +0000 von Jeanine Rudat

Die Notbetreuung in den Kindertageseinrichtungen soll fortgesetzt und auf weitere Berufs- und Bedarfsgruppen ausgeweitet werden. Das hat die Bundesregierung gestern bekannt gegeben. Im Gegensatz zu Schulen, die schrittweise ab dem 4. Mai wieder geöffnet haben werden, ist für die Kitas bislang kein Termin festgelegt. Was bedeutet das für die Mitarbeitenden der Kitas im Ev.-luth. Kirchenkreis Göttingen und die Familien?

„Dass es keine verlässliche Zeitschiene gibt und dass von Woche zu Woche entschieden und gestaltet werden muss, empfinden wir alle als belastend“, erklärt Ortrud Kaisinger, Pädagogische Leitung des Kita-Büro des Ev.-luth. Kirchenkreises Göttingen. „In den Kitas gilt es dies gut mit den Kindern und den Familien zu kommunizieren.“

Inzwischen werden in fast allen 38 Einrichtungen im Kirchenkreis Göttingen Notgruppen angeboten. Hier stehen jeweils je nach Angebotsspektrum der einzelnen Kita Plätze für Krippen-, Kindergarten- und für Hortkinder zur Verfügung. Die Betreuung wird von Fachkräften abgedeckt, die den Kindern vertraut sind. Die Notgruppen sind bewusst sehr klein gehalten, damit auch hier die Kontakte insgesamt reduziert sind.

 „Insgesamt gehen alle Verantwortlichen sehr umsichtig mit dieser besonderen Ausnahmesituation um“, berichtet Kaisinger. „Die Eltern beantragen Notbetreuung in der Regel, wenn unbedingt nötig, es wird größtenteils versucht eine häusliche Betreuung zu ermöglichen. Die Kitafachkräfte nutzen neben der Betreuungstätigkeit die Zeit für konzeptionelle Arbeit, Raumgestaltung, Renovierung, Abgelten der vielen aufgelaufenen Mehrarbeitsstunden und nehmen Urlaub.“

Zu den Kindern und ihren Familien, die in der Notbetreuung sind, ist der alltägliche Kontakt wie gewohnt möglich. Den Kindern, die ihren Alltag zuhause mit ihrer Familie verbringen, fehlen Freunde und Freundinnen aus der Kita und auch die gewohnten Tagesrhythmen und Entfaltungsmöglichkeiten. Hier versuchen die Kitafachkräfte auf unterschiedlichste Weise sowohl mit den Kindern als auch mit den Eltern in Verbindung zu bleiben. Hier einige Beispiele: 

 • Per Mail oder per Post werden Anregungen für die Alltagsgestaltung geschickt, z.B. was die Kinder mit ihren Eltern im Wald tun können mit der Bitte um Rückmeldung in die Kita, was erlebt wurde

 • Wöchentliche Videos mit Vorlesen einer Geschichte und Singen von Liedern, die die Kinder aus der Kita kennen

 • Die Geburtstagskinder erhalten einen Gruß aus der Kita

 • Die Kitafachkräfte fragen telefonisch oder per E-Mail bei den Eltern nach wie es geht und signalisieren, dass sie für Fragen und Gespräche zur Verfügung stehen

Ein schönes Beispiel für die Kommunikation in Zeiten der Corona-Pandemie ist das selbstbemalte Bettlaken. Die Erzieher und Erzieherinnen haben für die Kita-Kinder ein Laken mit den Worten „Wir vermissen Euch“ gemalt und aufgehängt. Als Reaktion darauf haben die Kinder mit ihren Eltern ebenfalls ein Laken bemalt und aufgehängt mit den Worten „Wir vermissen Euch auch!“
Quelle: Ann-Kathrin Rutz