Kirchenkreis Göttingen

„Gö-Mü 23“ - Kirchenkreissynode prüft Kirchenkreisfusion

Fri, 28 Feb 2020 15:01:52 +0000 von Jeanine Rudat

Die Mitglieder der Göttinger Kirchenkreissynode (KKS) haben in ihrer gestrigen Sitzung mit großer Mehrheit für einen Antrag gestimmt, eine mögliche Fusion der beiden südniedersächsischen Kirchenkreise Münden und Göttingen zu prüfen. Die KKS in Hann. Münden mit Superintendent Thomas Henning hatte dem Beschluss bereits einen Tag vorher, am 26. Februar, zugestimmt.
 
In der ersten Sitzung der Göttinger KKS in diesem Jahr informierte unter anderem Superintendent Friedrich Selter die Teilnehmenden über die Vorgeschichte des Antrags sowie über die geplante Vorgehensweise. Selter betonte in seiner Rede die Vorteile eines Zusammenschlusses. Beide Kirchenkreise könnten ihre Stärken ergänzen. Die dadurch gewonnene Leistungsfähigkeit eröffne den Gemeinden und Einrichtungen des neuen, größeren Kirchenkreises neue Handlungsspielräume. In der Landeskirche würde er eine gewichtige Stimme haben und im Sozialraum Südniedersachsen ein starker Partner für den Landkreis und die Kommunen sein.
 
Der Diakonieverband Göttingen arbeite bereits mit dem Diakonischen Werk Hann. Münden gut und vertrauensvoll zusammen, so der Geschäftsführer des Diakonieverbandes, Jörg Mannigel. Besonders in der Sucht- sowie der Lebensberatung gebe es kirchenkreisübergreifende Fachstellen.
Unter dem Arbeitstitel „Gö-Mü 23“ werden sich jetzt die Göttinger Ausschüsse und Arbeitskreise mit den Mündener Gremien zusammensetzen und Inhalte, Themen, Gemeinsamkeiten und Gegensätze analysieren, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu entdecken. Dabei geht es letztlich auch um eine Bestandsaufnahme der Ressourcen und eine modellhafte gemeinsame Haushaltsplanung. In einer gemeinsamen Sitzung beider Kirchenkreissynoden im Sommer sollen erste Ergebnisse diskutiert werden. Im Herbst ist eine weitere gemeinsame Sitzung geplant. Im Frühjahr 2021 sollen die erarbeiteten Anregungen und Ideen in den verschiedenen Handlungsfeldern der KKS vorgestellt werden.
 
Wichtig sei, das betonte Selter in seiner Rede, dass das Ergebnis der Fusionsprüfung offen sei. Sollte sich herausstellen, dass die Voraussetzungen für einen Zusammenschluss nicht gegeben seien, dann werden einer der größten Kirchenkreise der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers (rund 70.00 Mitglieder in Göttingen) und der kleinste Kirchenkreis (ca. 20.000 Mitglieder in Hann. Münden) eigenständig bleiben.
 
Auf der Verwaltungsebene ist die Fusion von Hann. Münden und Göttingen bereits erfolgt. 2003 haben sich die Kirchenkreisämter zum Kirchenkreisamt Göttingen-Münden mit Sitz in Göttingen zusammengeschlossen. Zusammen betreuen sie: 76 Kirchen- und Kapellengemeinden, fünf Kirchengemeindeverbände, drei Arbeitsgemeinschaften der Gemeinden, 51 Kindertagesstätten mit ca. 3.000 Betreuungsplätzen, 44 Friedhöfe, fünf Stiftungen, zwei Kirchenkreise und acht landeskirchliche Einrichtungen mit rund 94.250 Kirchengliedern und ca. 1.700 Mitarbeitenden.