Kirchenkreis Göttingen

Präventionsprogramm für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Tue, 25 Feb 2020 08:39:18 +0000 von Jeanine Rudat

Etwa jedes sechste Kind in Deutschland kommt aus einer Familie, in der Alkoholismus oder Drogenabhängigkeit herrschen. Ca. sechs Millionen Erwachsene in Deutschland sind als Kinder in Suchtfamilien aufgewachsen. Kinder von Suchtkranken sind Risikokandidaten, selber eine stoffliche Sucht oder eine psychische oder soziale Störung zu entwickeln. Um dem vorzubeugen hat die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention, eine Abteilung im Diakonieverband des Ev.-luth. Kirchenkreises Göttingen, ein Gruppenpräventionsprogramm für Kinder aus suchtbelasteten Familien initiiert. 
 
Das Angebot, dass erstmalig 2018 an den Start ging, soll dieses Jahr fortgeführt werden. Es orientiert sich an dem Präventionsprogramm „Trampolin“, das sich an 8- bis 12-jährige Kinder richtet. Es hat zum Ziel, deren psychische Belastung zu reduzieren und ihre Handlungskompetenz zu stärken. Trampolin bietet den Kindern viel Spaß durch spannende und abwechslungsreiche Inhalte. Es ist für Jungen und Mädchen gleichermaßen geeignet. Trampolin spielt mit den Kindern, motiviert sie aber auch zum Lernen und Ausprobieren. Für die Eltern findet vor und nach dem Kurs ein Elternabend statt. Hier können sie sich über das Präventionsprogramm informieren und erhalten hilfreiche Tipps. Das Programm wurde an verschiedenen Standorten in Deutschland wissenschaftlich erprobt. Dabei zeigte sich, dass die psychische Belastung der Kinder reduziert werden konnte, ihr Wissen um die Abhängigkeitserkrankung der Eltern erhöhte sich und ihre Lebensqualität verbesserte sich. 

Das Präventionsprogramm beinhaltet neun Module in aufeinander folgenden wöchentlichen Terminen: 1. Vertrauensvolle Gruppenatmosphäre schaffen, 2. Selbstwert stärken, 3. Über Sucht in der Familie reden, 4. Wissen über Sucht und Süchtige vergrößern, 5. Mit schwierigen Emotionen umgehen, 6. Probleme lösen und Selbstwirksamkeit erhöhen, 7. Verhaltensstrategien in der Familie erlernen, 8. Hilfe und Unterstützung holen und 9. Positives Abschiednehmen 
 
Der Ablauf der Termine ist gleich, um durch wiederkehrende Rituale Sicherheit und Vertrauen aufzubauen. Zur Vorbereitung treffen sich die Kinder mit ihren Eltern oder anderen Bezugspersonen einzeln zu einem Kennenlerngespräch mit den Gruppenleiterinnen. Alle wichtigen Fragen können in diesem Rahmen besprochen werden.  
 
Start und Teilnahme am Präventionsprogramm auf Anfrage. 
 
Kontakt: Elisabeth Mickler-Kirchhelle , Fachstelle Sucht und Suchtprävention Drogenberatungszentrum, Neustadt 21, 37073 Göttingen, Tel: 0551-487122, E-Mail: mickler-kirchhelle@drobz-goe.de 
Quelle: Martin Finger
v.l.: Trampolin Leiterinnen Elisabeth Mickler-Kirchhelle und Corinna Hilker