Kirchenkreis Göttingen

Neue Öffentlichkeitsreferentin im Ev.-luth. Kirchenkreis Göttingen

Fri, 20 Dec 2019 15:05:54 +0000 von Jeanine Rudat

Jeanine Rudat ist die neue Öffentlichkeitsreferentin des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen. Seit dem 1. Dezember 2019 ist sie für die interne und externe Kommunikation zuständig. Im Gespräch mit Superintendent Friedrich Selter schildert die gebürtige Göttingerin wie sie die ersten Wochen in ihrer neuen Position erlebt hat.
 
Frau Rudat, Sie kommen nicht aus dem kirchlichen Bereich. Was hat Sie an der Stelle gereizt?
Die Vielseitigkeit und die daraus entstehenden Gestaltungsmöglichkeiten. Der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Göttingen ist einer der größten Kirchenkreise in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers mit 56 Kirchengemeinden und ca. 73.000 Gemeindegliedern. Dazu kommen die unterschiedlichsten Einrichtungen, Arbeitskreise und Gruppen. Von der Telefonseelsorge über das Migrationszentrum bis zur Fachstelle für Sucht und Suchtprävention, von der Familienbildungsstätte bis zur Neue Arbeit Brockensammlung ist alles mit dabei. Und dieses große Engagement des Evangelische-lutherischen Kirchenkreises Göttingen möchte ich in der Öffentlichkeit sichtbarer machen.
 
Warum denken Sie, dass dies nötig ist?
Es ist kein Geheimnis, dass sowohl die Evangelische, als auch die Katholische Kirche einen steigenden Mitgliederschwund zu verzeichnen haben. Die Zahl der Protestanten ging 2018 um etwa 395.000 zurück, die Zahl der Katholiken sank um knapp 309.000. Zusammen sind das 704.000 Mitglieder weniger. 2017 waren es noch rund 660.000. Ursache sind Sterbefälle, aber auch Kirchenaustritte. Mit einer guten Öffentlichkeitsarbeit kann man diesen Trend vielleicht nicht umkehren, aber vielen Menschen wieder deutlich bewusster machen, was die Kirchen in Deutschland leisten. Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, wie oft sie in Kontakt mit Einrichtungen der Evangelischen Kirche kommen. Ein Paar heiratet in der Kirche, ihr Kind wird dort getauft, geht in einen evangelischen Kindergarten, die Oma wird von der Demenzhilfe betreut, nach einer schweren Krankheit spricht der Opa im Krankenhaus mit dem Klinikseelsorger und als die Teenagertochter in Berlin nachts ihren letzten Zug nach Göttingen verpasst und nicht weiß, wohin sie sich wenden soll, spricht sie ein Mitarbeiter der Bahnhofsmission an und bietet ihr erstmal einen heißen Tee an. Diese Beispiele zeigen, wie wichtig die Arbeit der Evangelischen Kirche und hier in Südniedersachsen die des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen ist.
 
An Ihrem Beispiel sieht man, wie vielseitig die Aufgaben in unserem Kirchenkreis sind, aber auch wieviel Arbeit hier auf Sie wartet. Wie war denn Ihre erste Zeit als Öffentlichkeitsreferentin?
„Ich freue mich sehr, dass Sie da sind“, war einer der häufigsten Sätze, die ich in den vergangenen drei Wochen von den neuen Kolleginnen und Kollegen gehört habe. Daraus spricht natürlich eine gewisse Erwartungshaltung, aber auch eine große Wertschätzung, die nicht selbstverständlich ist. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Ansonsten kann ich sagen, dass ich bereits am dritten Tag eine zweiseitige Excel-Liste voll von Terminen und Aufgaben hatte, die ich nach und nach abarbeite. Aber darauf freue ich mich, denn ich habe keine Langeweile, sondern eine Herausforderung gesucht.
 
Was haben Sie sich konkret für die Zukunft vorgenommen?
Ich möchte dass die Informationen der Gemeinden und der Einrichtungen des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen die Menschen in Südniedersachsen besser erreichen. Dazu gehört eine zielgruppenorientierte, verlässliche und verständliche Kommunikation. Und diese am besten noch hübsch verpackt. Das heißt, die Informationen sollen mit guten Fotos aufgelockert und auch die Verbreitungskanäle sollen mehr werden. Ein Thema kann auf der Homepage stehen, über den Newsletter, den Gemeindebrief und die Presse verbreitet werden, über Social Media geteilt und z.B. bei einer Veranstaltung, wie einem Fest, oder einer Ausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Diese Arbeit mache ich aber nicht allein. Meine Aufgabe ist, die Gemeinden und Einrichtungen zu beraten und mit Ihnen zusammen Konzepte und Ideen zu entwickeln. Und da haben mich jetzt schon einige erreicht, die im Jahr 2020 umgesetzt werden.

Frau Rudat ich sage es auch nochmal: Wir freuen uns, dass Sie hier sind! Ich wünsche Ihnen fortgesetzt viel Spaß bei der Arbeit und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit.
 

Jeanine Rudat studierte Journalistik/Medienmanagement in Magdeburg. Nach einem Volontariat beim Radiosender „radio aktiv“ in Hameln und einer Freien Mitarbeit beim Norddeutschen Rundfunk in Braunschweig und Göttingen war sie mehrere Jahre beim StadtRadio Göttingen als Chefredakteurin tätig. Im Sommer 2018 wechselte die gebürtige Göttingerin in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der SüdniedersachsenStiftung. Seit dem 1. Dezember 2019 ist sie die neue Öffentlichkeitsreferentin des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen.
Quelle: Friedrich Selter